Der Flug lief recht gut, jedenfalls solange, bis ich in Nürnberg die Halle betrat und auf den 3 Anzeigetafeln mit 2495645 Flügen drauf genau einen gestrichenen Flug sah – meinen. Die Freude war riesig und das stundenlange Warten auf den nächsten Flug zog sich kaum in die Länge, denn am Flughafen Nürnberg kann man sich dank zahlreicher Geschäfte sehr gut die Zeit vertreiben. NOT. Der nächste Flug hatte dann auch kaum Verspätung und nur 10 Minuten zu spät saß ich dann im Shuttlebus, der von sich behauptete, ein verzaubertes Cabrio zu sein. Während ich mich und meine 50 Gepäckstücke (kleiner Trolley, Handtasche, Rucksack, Jacke) noch sortierte, machte es sich eine ältere Dame auf meinem Schoß bequem. Die sprach dabei auch eine relativ amüsante Sprache.
Starten und Landen erwies sich als durchaus angenehm, dafür war der Flug selbst dank „kleiner“ Turbulenzen (weniger klein, mehr Turbulenzen) sprichwörtlich ziemlich zum Kotzen. Höflich allerdings, dass einem da der Kapitän höchstpersönlich den Magen umdreht. Statt „Schwimmwesten befinden sich unter dem Sitz“ hätte ich auch gerne mal gewusst wo die Kotztüten sind.
Erstaunlicherweise pünktlich gelandet, gönnte man uns erst mal weder Treppe noch Bodenpersonal. Im Flughafen rannte ich ca. 77 km zu meinem Gate um von der stichprobenartigen Sicherheitskontrolle angehalten und durchsucht zu werden. Und am Gate wurde dann gewartet und gewartet („Kurze Verzögerung wegen eines technischen Defekts an der Hydraulik“) bis man uns sagte, dass das Flugzeug derart hinüber war, dass man ein neues her organisiert hatte, das statt wie geplant um 17 um 19:30 Uhr fliegen soll.
Nein, doch erst um 20:30 Uhr. Dann aber los. Um wenigstens eine knappe Stunde wieder einzuholen flogen wir tiefer und drehten am Speed. Dafür – das war ja klar – kamen wir wieder in Turbulenzen und zwar mitten beim Essen. Ich hatte grade erfolgreich das Balsamicodressing über den Salat und nicht über mein weißes Kleid geschüttet und zur Schwapp – Prävention einen Schluck Orangensaft genommen, das schwappte schon wieder alles. Mein Glas war ja schon halb leer (war ja nur ein 100ml Becher), aber der arme Tropf neben mir hatte offenbar so Angst um seinen O-Saft, dass er in Panik auf eine ganz grandiose Idee kam: Er nahm ein Schälchen und stülpte es über den Becher. Zusammen mit dem Schälchen stülpte er auch gleich noch seine Zitronen - Sahneschnitte auf Biskuitboden in den Saft. Ich weiß nicht, was er an „Schnittchen ertränkt in Becher von Orangensaft“ besser fand als an „Schnittchen in übergeschwappter Pfütze von Orangensaft“ aber ich erlag leider einem grauenhaften Lachanfall.
Wer jetzt mal mit mir „Upps, die Pannenshow“ geguckt hat oder das Vergnügen hatte, in Bio neben mir zu sitzen, wenn ich vorlesen sollte (also mal ehrlich, wer bleibt bei einem Text über Urinsekten ernst…?!) weiß, dass ich über mein Lachen keine Kontrolle habe. Also mampfte ich stillschweigend mein Essen in mich rein und verrenkte mir dabei den Hals, weil ich zwanghaft aus dem Fenster sah, damit der arme Kerl sich nicht so ausgelacht vorkam. Er muss wohl gedacht haben, ich hätte Schüttelfrost; er hat mir nach der Landung nämlich dennoch sehr freundlich meinen Koffer runter gegeben.
Endlich am Flughafen wartete ich wieder ewig am Schalter, erwischte gerade so den Shuttlebus und kam um halb 1 total fertig im Hotel an, nur um festzustellen, dass da in 2 Betten 3 Mädels lagen. Der freie Platz war leider von der Bettnachbarin derart belegt, dass ich die ganze Nacht hellwach auf 20cm Bettrand verbrachte. Dementsprechend gut drauf und fit war ich dann heute, als wir nach stundenlanger Au Pair Aufklärung noch paar Stunden durch New York liefen. Time Square sieht relativ einladend aus. Und 5th Avenue…Tiffany’s… OH MY!

2 Kommentare:
Hi Süße,
deine Erlebnisse sind echt megahart-aber deine Schreibe ist köstlich! Hab mich total beömmelt ;-)
Alles Liebe und bis bald (virtuell)
semolina
Also, dann versuch ich's mal..,
War schön, mit Dir zu telefonieren!
CU! Love, Ina
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